Schwalbenbaum
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber was wäre der Sommer ohne Schwalben.
Schwalben leben gerne in der Nähe des Menschen:
Rauchschwalben mit dem roten Latz und den langen Schwanzspießen bauen ihre Nester
am liebsten in Ställe; die blauweißen Mehlschwalben wohnen an der Fassade unter dem Dach.
An rundum isolierten Gebäuden und modernem, glatten Putz finden sie keinen Platz mehr.
Und sie finden keinen Lehm, um ihr Nest zu bauen. Beides gibt es hier am Schwalbenbaum,
dem Wohntraum für die fliegenden Insektenjäger.
Mit wenig Aufwand und ein bisschen Zutrauen in die Natur kann jeder
Hausgarten zur kleinen Oase für Menschen, Tiere und Pflanzen werden:
1. Gift und Düngemittel gehören nicht in den Garten. Sie schaden in jedem Fall dem
empfindlichen natürlichen Gleichgewicht.
2. Unsere Tierwelt, gerade die blütenbesuchenden Arten, sind an heimische Pflanzen und
Gehölze am besten angepasst. Vermeiden Sie daher exotische Gehölze.
3. Lassen Sie alljährlich einen Teil Ihrer Wiese ungemäht und erfreuen Sie sich stattdessen
an der Blütenpracht und dem Insektenreichtum in ihrem Garten.
4. Geben Sie Tieren Möglichkeiten zum Unterschlupf: mit speziellen Nist- oder Wohnkästen
für Vögel, Fledermäuse und Mauerbienen, Steinhaufen oder Trockenmauern für Eidechse
und Co. sowie Reisighaufen und kleinen Holzstapeln für Kleinsäuger wie den Igel.
5. Ein kleiner Gartenteich (ohne Goldfische!) ist leicht anzulegen und ein Eldorado unter
anderem für Molche, Libellen, Frösche und Kröten.
Insektenhotel
Kleine, sonnenbeschienene Hohlräume sind für viele Insektenarten lebenswichtig.
Dort können sie unbehelligt den Winter überdauern. Und wichtiger noch: dort legen sie
eine Kinderstube an, in deren Schutz der Nachwuchs sicher groß werden kann. Mauerbienen
zum Beispiel legen ihre Eier ans Ende des Hohlraumes, packen Proviant für die ersten
Lebenswochen dazu und mauern die Brut dann mit einer Wand aus Lehm ein.
Weil löchrige Mauerfugen und hohle Stengel im ausgeräumten Hausgarten Mangelware
sind, freut sich die Mauerbiene mit ihren Verwandten über große und kleine Insektenhotels,
die schnell gebaut sind und das ganze Jahr über zur Naturbeobachtung einladen.
Lebensader Liederbach
Auf seinem langen Weg verbindet der Liederbach die Wälder des Taunus, in denen er
entspringt, mit den Auen des Mains, in den er bei Höchst mündet.
Im Bach und an seinen Ufern leben winzige Köcherfliegenlarven, kleine und große Fische
und die Wasseramsel. Das ist keine gewöhnliche Amsel, sondern ein Singvogel der auf dem
Grund des Baches seine Nahrung sucht und sich dazu tauchend gegen die Strömung stemmt.
Am Ufer des Liederbachs haben sich Menschen angesiedelt, weil der Bach ihnen Wasser
lieferte. Später entstanden Mühlen, denen der Liederbach Energie spendete. Heute ist der
Liederbach mancherorts zur Gefahr für den Menschen geworden, weil auf den vielen Straßen,
Häusern und Höfen kein Wasser mehr versickert und starke Regenmengen den Bach schnell
über die Ufer treten lassen.
Nachtigallen-Wäldchen
Gegenüber Baggern, Betonmischern und Dampfwalzen wirkt Natur machtlos. Aber die
Natur gibt niemals auf und ist sofort zur Stelle, wenn sich eine Gelegenheit bietet.
Wo jetzt ein kleines Wäldchen steht, war einmal eine gepflegte Wiese. Als die nicht mehr
gemäht wurde, schickte die Natur zunächst große Stauden. Ihnen folgten Brombeeren
und andere Hecken, in deren Windschatten sich Birken, Weiden und Erlen ansiedelten.
Und schließlich kamen Eichen und Hainbuchen dazu und bildeten einen kleinen Wald, der
Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere ist.
Zaunkönig-Burg
Auch scheinbar totes Holz ist voller Leben. In seinem Inneren bohren Bockkäferlarven
ihre Gänge. Der Holzstapel ist aber auch ein ideales Versteck für Kleintiere.
Mäuse, Rotkehlchen und Zaunkönige ziehen hier ihre Jungen groß. Igel und Erdkröte suchen
Schutz und Schatten im undurchdringlichen Labyrinth. In aufgeräumten Gärten und Parks
ist für diese Tiere kaum ein Plätzchen zu finden.
Und auch im Wald darf ein Baum selten bis zum Umfallen stehen bleiben. Deswegen
freuen sich alle vom kleinen Käfer bis zum großen Mauswiesel über die kleine Burg aus Holz.
Eidechsenhügel
Eidechsen, sind wie alle Reptilien, wechselwarme Tiere.Ihre Körpertemperatur bleibt
nicht gleich, sondern verändert sich mit der Außentemperatur.
Sie sonnen sich auf warmen Steinen, um auf Touren zu kommen. Die Blindschleichen
machen es ähnlich. Die Steine bieten ihnen nicht nur komfortable Wärme. Sie sind auch
ein gutes Versteck vor Feinden.
Und die kalte Jahreszeit verbringen die Reptilien zusammen mit Erdkröten und Igeln in den
Tiefen des Steinhügels. Vor Frost geschützt verfallen sie in Kältestarre bzw. Winterschlaf.
Schmetterlingswiese
Blumenwiesen sind eine Welt für sich. Im unteren Stockwerk krabbeln Laufkäfer,
Schnecken ziehen gemächlich eine Spur.
Zwischen Blättern und Stengeln tummeln sich gefräßige Raupen. Heuschrecken hüpfen
umher, Spinnen lauern auf unachtsame Insekten. Im Obergeschoß ziehen Schmetterlinge
mit klangvollen Namen wie Aurorafalter, Tagpfauenauge oder Schwalbenschwanz ihre
Kreise. Sie teilen sich den Himmel über der Wiese mit Bienen und Hummeln, die von
Blüte zu Blüte fliegen und Nektar tanken.
So viele Kräuter und Gräser, so viel Blütenpracht und Struktur gibt es nicht im Zierrasen.
Blumenwiesen vertragen keinen Dünger. Und sie dürfen nicht mehr als zwei Mal im Jahr
gemäht werden, wie diese Wiese hier.
Froschteich
Wasser zieht viele Tiere magisch an. Frösche und Kröten geben den Ton an.
Heimlich und still gehen bunt gefärbte Molche im Wasser auf die Jagd nach Würmern
und anderen kleinen Tümpelbewohnern.
Amphibien sind perfekt an das Leben zu Wasser und an Land angepasst. Aber es
gibt auch unter den Wirbellosen viel zu entdecken: Wasserskorpione, Gelbrandkäfer,
Wasserasseln und Wasserläufer tauchen im oder laufen über den Teich.
Und vom Ufer aus lauert der Graureiher auf Beute, während Mehlschwalben sich
Lehm Baumaterial fürs Nest abholen.
Naturschutzverbände in Kelkheim
Die Naturschutzverbände arbeiten mit der Stadtverwaltung in der
Arbeitsgruppe Naturschutz zusammen.
Mehr über deren Arbeit erfahren
Sie bei der Stadtverwaltung Kelkheim.
Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland
Ortsgruppe Kelkheim
www.bund-hessen.de
Hessische Gesellschaft für
Ornithologie und Naturschutz
www.hgon-kelkheim.de
Naturschutzbund Deutschland
Ortsverband Kelkheim
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Ortsverband Kelkheim
www.sdw-kelkheim.de
Deutsche Waldjugend
Staufenmuffel
www.sdw-kelkheim.de
Gefördert von der Alcoa Foundation, erstellt unter
Mitwirkung aller Kelkheimer Naturschutzverbände und
der Stadt Kelkheim.